EPILOG ... vor ein paar Jahren.
Max Bedroom, bis heute nicht gerade durch Stilsicherheit und Manieren aufgefallen, fasst einige folgenschwere Entschlüsse: Er würde in seiner nächsten Band nicht mehr als einziger keinen Schnurrbart haben. Er würde keine Songs mehr singen die mit Zeilen wie „Riding down the highway; got my girl by my side...“ beginnen. Er würde zum ersten mal in einer Stadt auftreten die mehr als 500 Einwohner hat; und das Publikum wäre da um zu rocken - und nicht um später Vieh zu ersteigern.
Muddy Waters, Bon Scott und viele andere würden in Zukunft nicht mehr im Grabe rotieren wie Flugzeugpropeller- ihre Songs blieben unangetastet; selbst ist der ( Blöd-)Mann, sagte sich der junge Ex-Altrocker. Wenn irgendwelche Bauerntölpel private Schmuddelfilmchen drehen können könnte er ja wohl auch eigene Songs schreiben!
Bedroom packte seine Habseligkeiten in eine Kühltasche, verabschiedete sich von seinen Eltern (...die allerdings gerade vom Fernseher abgelenkt waren) , zog seine Rollschuhe an, hielt sich am Schwanz der nächsten vorbeilaufenden Kuh fest und ließ sich hinausziehen in die weite Welt.
Er kam bis Hamburg. Hier würde er die Band gründen die seine zurückgelassenen Liebsten dann irgendwann in der Glotze sehen würden!
Bedroom hatte bei den meisten ihm persönlich bekannten Musikern Schulden; war also gezwungen neue zu suchen. Er suchte per Anzeige. ... es meldeten sich Frank Zipper, der der Sache bis heute nicht entkommen konnte, und T-Mo, Schlagzeuger, Beatsatiriker, Pointengott. Man war zu dritt, man konnte bis vier zählen, man hatte sonst nichts vernünftiges gelernt...
Es konnte also losgehen.
Kap.1: ES KANN ALSO LOSGEHEN!!!
...Quatsch. Erstmal ging ein Scheißdreck los; aber das machte unseren schrägen Freunden nichts, denn die Suche nach weiteren Mitstreitern wurde quälend, aber auch tragikomisch: Die Crooners casten wirklich Gott und die Welt im Probebunker auf St. Pauli, stellen aber einfach zu hohe Ansprüche... Fit am Instrument UND einigermaßen zurechnungsfähig sollten sie sein, die restlichen Crooners, und das waren sie in den seltensten Fällen. Pah; Musiker! Man steckt nicht drin.
Die drei Ur-Crooners verloren an Gesichtsfarbe, Hörvermögen und Glauben an die Menschheit, gewannen aber alles zurück als die erste Besetzung stand: S. Moletti, Baritonsax!
Konkretis Krokodilbis, der griechische E-Pianoweltmeister und gaaaaanz zu Anfang sogar kurz ein Typ von den Skatoons an der Posaune.
... naja; und irgendwann traut man sich auf die Bühne. Anfangs noch –zurecht- nicht so oft; aber in und um Hamburg lässt man sich schon mal hören.
Die Skatoons fordern Tobe zu sehr, er macht sich weg, tschüß, Michele und sein Altsax
kommen dazu. Michele versteht kein Wort deutsch, im Zusammenhang mit seiner neuen Band ein Riesenvorteil für ihn!
Highlight der „Frühphase“: Eine Minitour mit WAK aus Rouen und ein Gegenbesuch in Frankreich; ein schwachsinniger Aufriß, aber man hatte immerhin schon mal so richtig Action gemacht. Noch ein paar Gigs in heimischen Gefilden; dann macht Michele die Biege,
denn er ist pleite; später K. Krokodilbis- er hat danach irgendwas studiert.
Kap. 2: ES MUß IRGENDWIE WEITERGEHEN!!!
1-2 Jährchen sind ins Land gegangen, und die Crooners müssen eindeutig zum ersten Mal so richtig den Arsch wieder hochkriegen.
Bedroom feiert irgendwo und läuft James Bong über den Weg, der unvorsichtigerweise für eine Zigarette seine Telefonnummer rausrückt- und so für die nächsten drei Jahre der Organist der Crooners wird... Tja; Rauchen ist nicht nur ungesund...
Die Band ist zu unrecht gemein zu T-Mo, der sie danach leider verlässt; James Bongs treue
Sekretärin Miss Moneybenny steigt ein und wird –man lernt- weniger hart rangenommen.
Auch der Bläsersatz ist vollständig: Sig. Dante Deodorante und Sig Luigi Confetti werden von Zipper überredet und steigen ein. Fertig ist, was Schlachta von den Surfits treffend als „Ententeich“ bezeichnete: Ein Gebläse aus drei Saxophonen.
Aber von jetzt an läuft der Motor! Mehr Gigs, kreuz und quer durchs Land, natürlich auch mal was versemmelt- aber die Highlights überwiegen deutlich. Spätestens nach dem ersten Gig auf der Dresdner Nachtwanderung, bis heute ein traditioneller Termin für die Band, halten die Jungs sich für die allerallergeilsten.
Im Alien Network-Studio in Hamburg wird das erste Demo aufgenommen, die No-Discussion-EP...
...die kommt gut an, und schon richtet die böse Industrie ihr schmieriges Antlitz auf die Band:
Als nächstes soll’s schon eine LP sein. Ein Studio gibt es, einen fitten Produzenten; und man
ist sich sicher wie nie das die Welt das auch will und braucht.
...erste Aufnahmesessions folgen.
Kap. 3: DIE SCHEISSE FLIEGT IN DEN VENTILATOR!!!
Die wenigen, die es mitbekommen haben, wissen heute: Das hat alles nicht nur nicht hingehauen, das hat die Band durchgeknetet, monumental gefrustet und bis kurz vor die Auflösung gebracht.
Sig. Confetti verlässt überraschend wie spontan die Band; und für die nächsten 12 Monate sollen sich die Crooners nicht wieder berappeln: Gigs werden mit Mietbläsern oder mit überforderten Interessenten gespielt; und die Baubehörde schließt zu allem Überfluß den Proberaum, der so lange das Wohnzimmer unserer Anti-Helden war.
Man schnorrt sich Mietnomadenmäßig immer mal wieder in die Proberäume befreundeter Bands und versucht immer energischer neue Mitstreiter zu finden, aber die Luft ist raus.
...die Band sieht sich irgendwann nur noch bei den raren Sessions im Studio und auf der Bühne, aber so lässt sich natürlich nichts reißen...
Bong tritt in Streik und wird von der entnervten Band gefeuert, ein Nachfolger ist nicht in Sicht und nach insgesamt 18 Monaten ohne Ergebnis gibt man auch das Studioprojekt unvollendet auf. Der Ofen ist aus. Unsere fertigen Freunde haben Alpträume von Gigs mit Top-40-Bands oder Jazzsessions.
Kap.4: DAS WIRD SCHON WIEDER!!!
Dann passiert endlich mal etwas gutes: Bluebeat Remedy, mit denen die Crooners irgendwann mal die Bühne teilten lösen sich auf.
...was daran gut sein soll? Im Prinzip ist das natürlich Scheiße, aber die hatten einen
Organisten und der war plötzlich arbeitslos. Der arme Kerl.
Bedroom bekam das raus und holte ihn ins Boot, ein neuer Bong-Darsteller war gefunden,
und auf ein Mal tauchte auch Miss Bliss auf, das „neue Alt“.
Die Crooners hören endlich auf zu heulen und suchen sich einen neuen Proberaum.
(...man mag nun denken „Was für Memmen“, aber das war gar nicht so leicht!!!)
Kap. 5: SOMMER 2008 BIS HEUTE
Im neuen Proberaum wird noch ein Typ vorstellig wie man sich ihn schon ganz zu Anfang gewünscht hätte: Blowjoe an der Posaune ist von nun an dabei. Die Crooners sind endlich mal wieder eine richtige Band und machen sich motiviert an neue Songs –die sich, und so wird es auch für immer bleiben, allerdings kaum von den alten unterscheiden.
Auch eine Idee, auf die man durchaus früher hätte kommen können ist die reuige Rückkehr
zu Ronnie ins Alien Network, und HALLELUJAH: Im März ´09 erscheint das Debutalbum
„Legion of the dumped“.
Kap. 6: VON "LEGION OF THE DUMPED" ZU "TBA"
Die Band freut sich wie Bolle über so einige, teils sogar sehr positive Revies zum neuen Album und spielt ein paar spassige Gigs, und ohne gross einzurosten macht man soch auch bald wieder an neue Songs, die nach und nach ihren Platz im Liveset der Crooners finden.
Der bewährte Mix aus Ska und Rock'n'Roll bleibt zwar weiterhin die Basis der Band, aber neuerdings finden auch Reggae, Oldschool-Ska und Soul statt- und alle freuen sich mal wieder. Denn so wird die Sache nicht nur abwechslungsreicher, Band und Publikum stehen so auch viel längere Konzerte durch. Denn -und das ist vielleicht der grösste Grund zum feiern im Jahr 2010- die Band hat endlich die teuflische 60-Minuten-Grenze geknackt, die so lange unüberwindbar schien.
Blowjoe ging... Er studiert in Berlin, hat inzwischen mit Sicherheit wieder eine Band, bleibt aber -wie es sich gehört- ein Freund der Band.
Daheim in Hamburg wird Miss Bliss, die längst nicht mehr wegzudenken ist, inzwischen kongenial garniert von GOLDMIDDLEFINGER an der Posaune, UNCLE SPAM am Tenor, SEAN COMEDY am Bariton und -aktuellster Neuzugang- LUKE SKAWALKER an der Trompete.
...und diese Zeilen werden getippt am Vorabend des nächsten Besuchs bei Ronnie, denn da wir die neue Platte ja mal wieder etwas vollmundig für -naja; jetzt- angekündigt hatten, kann man ja langsam mal mit den Aufnahmen beginnen!
Tja; Leute... und von jetzt an könnt ihr ja selber schauen was wir so treiben...